Bienenhaltung wie in der Steinzeit- ein Projekt der Pfahlbau-Erleber Dingelsdorf

Im Jahr 2017 haben wir im Umkreis von 20 Kilometern um Dingesldorf herum hohle Baumstämme gesucht und gefunden. Wir haben Hohlräume in den Baumstämmen mit Feuer und Steinzeitwerkzeug erweitert und vergrößert, sowie das entstandene Volumen ausgemessen.

 

Unsere Fragestellung zu Beginn des Projektes

Konnte der Stein- und Bronzezeitliche Imker effektiv, mit einfachsten, ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, imkern?

Wie konnte er Bienenvölker bewirtschaften, damit ein höchstmöglicher Ertrag an Bienenwachs, Honig, Propolis, Pollen und Brunt gewonnen werden konnte?

Mit dieser Fragestellung haben wir uns mit unserer Projektgruppe auf den Weg in unseren ersten experimentellen Klotzbeuten-Sommer aufgemacht.

 

Aufstellen der Klotzbeuten und einschlagen der Bienen-Völker

Am 20.04.2018 haben wir zum Projektstart die Klotzbeuten im Wald aufgestellt.

  • Es blühen Birne, Apfel, Kirsche, Weißdorn, Löwenzahn und Kastanien.
  • Damit die schweren Waben nicht in die Klotzbeuten stürzen können, haben wir mit Stöcken aus Esche und Hasel eine Art von Armierung in die stehenden Holzröhren eingespannt.
  • Wir haben Wachs erhitzt und die Klotzbeuten mit dem flüssigen Wachs ausgepinselt, um die Klotzbeuten für die Bienen als Wohnung attraktiv zu gestalten.
  • Wir haben die Klotzbeuten anschließend mit unseren Bienen belegt.
  • Es gibt Nektar und Pollen im Überfluss, die Kunstschwärme in den Klotzbeuten können sich selbst versorgen. Sie haben weder Futter noch Waben.
  • Die Völker werden in die Holzröhren eingeschlagen. An diesem Tag haben wir die Projektgruppe vor Ort eingeladen und 14 Teilnehmer beobachteten das Spektakel.

 

Die schnelle Entwicklung bei den Bienenvölkern

Drei Tage später am 23.04.2018 haben wir alle Beutenn geöffnet und genau beobachtet. Alle Bienenvölker haben im Durchschnitt zwei Waben mit 12cm Breite und 18cm Höhe gebaut. Die Bienen fliegen gut, die Völker sind ausgesprochen ruhig, zwei gekäfigte Königinnen sind aus den Käfigen ausgefressen, die dritte haben wir aus dem Käfig entlassen. Die Bienen haben nach diesen drei Tagen Wasser und Pollen eingetragen. Ein Großteil der Bienen sind aufgekettelt und bauen im Stock.

Obwohl die Armierungsstäbe in dieser Klotzbeute quer zum Flugloch eingespannt wurden, da wir das Volk zum Warmbau angelegt haben, baut das Volk im Kaltbau, längs zum Flugloch. Die Waben sehen verworren aus. Es lässt sich durch die quer angebrachten Stäbe nicht zum Warmbau zwingen.

 

Probleme im Verlauf

Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung sind Spannungen in der Klotzbeute entstanden, welche zu einem Längsriß der Holzröhre führten. Dieser Riß hat sich innerhalb von drei Wochen auf eine Breite von 7cm und die gesamte Länge ausgedehnt. Das Volk hat sofort begonnen, die entstandene Öffnung von 7cm auf 100cm mit Propolis abzudichten. Mit einem Ast und Moos haben wir dem Volk geholfen, den entstandenen Spalt zu schließen und damit die Beute wieder zu isolieren.

....mehr zum Projekt unter Bienenprojekt - Teil 2

JoomSpirit