Herberts Wohnzimmerführung - Teil 17 – Erntegeräte „Sicheln“

Unsere sesshaften Vorfahren bauten auf kleinparzelligen Feldern ein reichhaltiges Spektrum an Kulturpflanzen an. Es war sicherlich ein idyllisches Bild, im Umfeld des Dorfes, die bestellten, in allen Farben üppig blühenden Felder zu sehen. Hier wuchsen Lein, Klatschmohn, Kornblume, verschiedene Getreidearten wie Emmer, Dinkel, Einkorn, Gerste, Nacktweizen und Kolbenhirse, sowie Hülsenfrüchte, wie Linsen, Ackerbohnen und Erbsen. All diese Feldfrüchte mussten geerntet werden, sie waren wichtige Nahrungsvorräte für die Wintermonate.

Verschiedene Arten von Sicheln wurden dazu verwendet.

 

Rekonstruktion einer Sichel aus der Pfahlbauzeit

 

Alle Sicheln bestanden aus Holzgriffen in die, mit Birkenteer, Feuersteinklingen eingesetzt waren. In der Pfyner Kultur waren Bogensicheln mit getreppt eingesetzten Feuersteinklingen weit verbreitet.

Die Horgener ernteten mit Handmessern. In der Schweizer „Cortaillod Kultur“ wurden Sicheln mit langem Griff in den eine lange Feuersteinklinge schräg eingeklebt war, verwendet.

Noch nach Jahrtausenden erkennt man Feuersteine, die als Sicheleinsätze verwendet wurden am „Lackglanz“ oder „Sichelglanz“.

In den Getreidestängeln sind Siliziumkristalle eingelagert, welche beim Schneiden der Ähren durch Abrieb an den Feuersteinklingen diesen Glanz erzeugten. In vielen Pfahlbaustationen habe ich solche spezifischen Sichelzähne und Sichelklingen mit Lackglanz gefunden.

Ganz besondere mit Sichelglanz und anhaftenden Schäftungsresten aus Birkenteer stammen aus der Pfahlbaustation Sipplingen.

 

Archäologisches Datenblatt - Silexklingen mit Silikatglanz und Birkenteeranhaftungen

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